IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit - Deutschland e.V. - Hintergründe zum Projekt

www.invia.caritas.de
Mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund ins FSJ
Portalseite
Was ist ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)?
Was heißt "Migrationshintergrund"?
Hintergründe zum Projekt
Literatur & Materialien
Erfahrungsberichte ehemaliger Freiwilliger
Kontakt

 

Hintergründe zum Projekt "Mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund ins Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)"

Weshalb bemühen sich die katholischen FSJ-Träger um eine Öffnung ihrer Angebote für junge Menschen mit Migrationshintergrund?

  • Junge Menschen mit Migrationshintergrund machen proportional seltener ein FSJ. Ihr Anteil im FSJ in katholischer Trägerschaft liegt derzeit bei etwa neun Prozent, während gesamtgesellschaftlich rund 27 Prozent  aller jungen Leute (unter 25 Jahren) einen Migrationshintergrund haben. Unter Kindern bis sechs Jahren hat sogar jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund, und in einigen westdeutschen Großstädten gehören bereits über 40 Prozent aller Kinder zu dieser Gruppe. Unser Ziel ist, dass unsere Teilnehmer/-innenstruktur diese demografische Entwicklung angemessen wiederspiegelt.
  • Besonders viele junge Menschen mit Migrationshintergrund gehören zur Gruppe der 'Bildungsbenachteiligten': Über die Hälfte (55 Prozent) der Jugendlichen dieser Gruppe hat maximal einen Hauptschulabschluss - gegenüber 38 Prozent bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Auch haben überproportional viele junge Menschen mit Migrationshintergrund am Ende der Pflichtschulzeit keinen Schulabschluß oder einen Sonderschulabschluß. Vor diesem Hintergrund haben diese jungen Leute häufig geringere Chancen beim Übergang in die Berufsausbildung und sind öfter von Ausbildungslosigkeit betroffen. Wir gehen davon aus, dass ein Freiwilligendienst im Lebenslauf ihre Chancen beim Übergang in den Ausbildung- und Arbeitsmarkt verbessern und einen Beitrag zur Herstellung von Bildungsgerechtigkeit leisten kann.(Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung (2009): Übergänge in eine berufliche Ausbildung. Geringere Chancen und schwierige Wege für junge Menschen mit Migrationshintergrund. Gesprächskreis Migration Integration. Expertisen und Dokumentationen zu Wirtschafts- und Sozialpolitik)


In diesem Zusammenhang möchten wir hervorheben, dass ein Migrationshintergrund nicht automatisch mit einer Bildungsbenachteiligung verbunden ist.

  • Momentan sind wenige Menschen mit Migrationshintergrund im sozialen Sektor tätig. Das FSJ ist ein Instrument, um junge Menschen für den sozialen Bereich zu interessieren und sie für die Aufnahme einer Berufstätigkeit in diesem Bereich zu gewinnen. Gerade vor dem Hintergrund des zu erwartenden Fachkräftemangels im Gesundheitswesen und der Notwendigkeit der interkulturellen Öffnung aller Bereiche sind Mitarbeiter/-innen mit Migrationshintergrund eine Gruppe, die wir uns als zukünftige Kolleg(inn)en wünschen.


 
Foto HOP_4167-1
Foto: Harald Oppitz / Quelle: Deutscher Caritasverband/KNA
 


Vor diesem Hintergrund unterstützt das Projekt katholische Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres, effiziente Formen der Ansprache zu entwickeln und sich für diese Gruppe stärker zu öffnen. Auch Dienste und Einrichtungen in katholischer Trägerschaft sollen gewonnen werden, FSJ-Plätze für jungen Menschen mit Migrationshintergrund anzubieten.

Wie ist das Projekt aufgebaut?

FSJ-Jahr 2009/10

Aufbau neuer Kooperationen / Entwicklung neuer Ansprachformen und erarbeitung einer zielgruppenspezifischen Öffentlichkeitsarbeit:

Die 14 am Projekt beteiligten FSJ-Träger vernetzen sich z.B. mit Migrantenvereinen oder Jugendmigrationsdiensten, um junge Menschen mit Migrationshintergrund über das FSJ zu informieren und dafür zu gewinnen.

FSJ-Jahr 2010/11

Begleitung der neu gewonnenen Jugendlichen während des FSJ und Unterstützung bei der Entwicklung von beruflichen Perspektiven für die Zeit nach dem FSJ

Weitere Projektbausteine

Informations- und Fortbildungstage für die Mitarbeiter/-innen der beteiligten Träger

"Botschafter-Seminar" für die Freiwilligen, die ihre FSJ-Erfahrungen an andere weiter geben möchten

Evaluation der im Projektverlauf gesammelten Erfahrungen, die nach Projektende publiziert werden.

Fragen zur Projektinitiative beantwortet Ihnen gerne:

Marianne Schmidle
IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit
Deutschland e.V.

Karlstraße 40
79104 Freiburg

Tel.: 0761 200-207
E-Mail: marianne.schmidle@caritas.de
Web: www.invia.caritas.de